Am Samstag den 10. April hatten wir unseren zweiten Elternworkshop.
Hier seht ihr alle Erzieherinnen die in der Unit arbeiten. Es sind allerdings immer nur 2 gleichzeitig anwesend, in seltenen Faellen drei, aber nie alle 4. Da kommt es dann doch schon eher mal vor, dass ich mit den Kindern ganz alleine bin.
Links ist Adelheid zu sehen, sie ist gehoerlos. Unten seht ihr Juanita, sie ist unser Principle seit dem Annelis im Dezember gegangen ist und sie ist hoerend. Auf der rechten Seite steht Rakkel, sie arbeitet schon seit 8 Jahren bei CLaSH und ist auch gehoerlos.
Wie bei dem anderen Workshop auch ist jedes Mal vorher die grosse Frage, wer von den Eltern wohl zu dem Workshop kommen wird. Leider haben viele Eltern oft kein grosses Interesse oder geben zu wenig Geld um Taxi fahren zu koennen als Grund fuer ihr Fehlen an. Allerdings hat sich in der Vergangenheit leider gezeigt, dass auch wenn CLaSH den Eltern Taxigeld gibt viele nicht kommen. Von 10 Kindern in der Gruppe waren insgesamt von vieren ein Elternteil/Tante/Schwester oder Freundin des Vaters anwesend, ausserdem die Mutter eines Maedchens die auf der Warteliste steht. Insgesamt also doch recht erfolgreich. Die meisten Eltern kannte ich schon vom Seminar zuvor.
Wichtig ist jedes Mal den Eltern zu erzaehlen wer alles in der Unit arbeitet und was wir fuer einen Tagesablauf mit den Kindern einhalten. Adelheid und Rakkel haben die Eltern dann gefragt, wie sie mit ihren Kindern zu Hause kommunizieren, denn keiner der Eltern kommt zu den angebotenen Gebaerdenkursen die samstags stattfinden. Die Gebaerdendolmetscherin Erica hat bei der Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Eltern geholfen. Die Eltern haben gezeigt, wie sie ihren Kindern beispielsweise zeigen, dass das Taxi sie abholen kommt und sie in die Unit faehrt. Schnell wurde klar, dass viele Eltern immer unterschiedliche Bewegungen fuer den gleichen Begriff verwenden. Ihre Hilflosigkeit wurde sehr deutlich. Wir haben ihnen darum die Moeglichkeit gegeben Fragen zu stellen, um zu erfahren wie dieses oder jenes gebaerdet wird. Auch haben viele Eltern erklaert, dass sie mit dem Verhalten der Kinder zu Hause ueberfordert sind. Sie koennen den Kindern nichts mitteilen, aber wenn sie nicht tun was die Kinder wollen so schreinen wohl viele zu Hause herum. Die Kinder sind zwar Gehoerlos und koennen aufgrund dessen nicht Sprechen, aber ihr Stimmvolumen ist sehr gut ausgebildet. Sie sind oft sehr laut und machen viele Geraeusche, da sie ihre eigenen Klaenge nicht wahrnehmen.
Ein Junge unserer Gruppe ist besonders frech, er schreit sehr viel und weint, wenn ihm etwas nicht passt. Sein Vater ist kaum aelter als ich und seine Freundin bereits wieder schwanger. Er hat mir erklaert, dass er nicht weiss wie er mit seinem Sohn umgehen soll, dieser wuerde ihn schlagen und schreien und nur Ruhe geben, wenn er abends Mr. Bean gucken darf. Dieses Kind kann Mr. Bean nur sehen, nicht aber hoeren und ist selber so laut, dass er den Eltern jeden Nerv raubt. Da fragt man sich doch, warum die Eltern nicht zu den Kursen kommen. Sicherlich ist die Situation zu Hause sehr schwer, aber es ist wichtig, dass die Kinder nicht bemitleidet werden sondern wie hoerende Kinder behandelt werden. Sie muessen mit in den Alltag einbezogen werden, sie muesesn Grenzen erfahren und genauso helfen wie die Geschwister auch. Leider verstehen viele der Eltern dies nicht und machen so Babys aus ihnen. Dass der Junge sich so verhaelt, wie er es im Kindergarten meist tut, ist kein Wunder nach dem ich weiss dass er jede Nacht vor dem Fernseher verbringt. Er ist grade mal 5 Jahre alt.
So hatten wir so manche Diskussionsrunde.
Um den Eltern Mut zu machen, ihren Koerper einzusetzen und anzufangen zu gebaerden, haben wir sie Rollenspiele oder besser gesagt Pantomime machen lassen. Wir haben die Eltern in Gruppen eingeteilt und sie sollten sich besprechen, was sie den anderen Eltern gerne vormachen wuerden. Spaeter hat die restliche Gruppe dann geraten was fuer eine Geschichte gespielt wurde.
Hier bespricht sich die erste Gruppe. Fuer viele Eltern war es schwer Ideen zu aeussern, sie hatten Hemmungen etwas vor zu machen.
Interssiert gucken die restlichen Eltern wie die erste Gruppe ihre Geschichte "erzaehlt". Nach dem die erste Huerde genommen war, hatten viele richtigen Spass dabei.
Hier seht ihr meine Gruppe. Adelheid hatte sich ueberlegt wir sollten aufgrund der kommenden Fussball WM in South Africa eine Fussballuebertragung darstellen. Leichter gesagt als gebaerdet!!! Neben mir steht Erica die Gebaerdendolmetscherin, sie war genauso ueberfordert mit dem Gebaerden wie ich, dass hat mich sehr beruhigt... Sie ist total nett und ich kannte sie schon vom Boardmeeting, das wir im Dezember hatten. Erica dolmetscht auch im Fernsehen darum ist sie hier sehr bekannt.
Beim Workshop muessen immer alle mitmachen, nicht nur Eltern und Erzieherinnen oder die Gebaerdendolmetscherin wie ihr oben gesehen habt, hier links im Bild seht ihr Sigoopeni. Sie ist Otjiwambodolmetscherin und Akustikerin im Central Hospital.
Nach der Pantomimeeinheit kamen meine Montessori-Poster zum Einsatz. Ich hatte sie bereits fuer den letzten Workshop vorbereitet, aber dann war leider zu wenig Zeit.
Anhand der Bilder von den Kindern aus der Gruppe haben wir erklaert nach welchem paedagogischen Prinzip wir im Kindergarten arbeiten. Schlagen ist bei Montessori nicht vorgesehen, trotzdem schlagen die Erzieherinnen die Kinder regelmaessig. Eine sogar mit ihren Schuhen. Darum werden wir zu Beginn des naechsten Trimesters ein Meeting diesbezueglich haben!
Anhand der Bilder von den Kindern aus der Gruppe haben wir erklaert nach welchem paedagogischen Prinzip wir im Kindergarten arbeiten. Schlagen ist bei Montessori nicht vorgesehen, trotzdem schlagen die Erzieherinnen die Kinder regelmaessig. Eine sogar mit ihren Schuhen. Darum werden wir zu Beginn des naechsten Trimesters ein Meeting diesbezueglich haben!
Auch dieses Mal mussten wir die Eltern mit Essen locken... Mbaundja hatte an dem Tag Geburtstag und wir haben bei der Backstube einen Kuchen geordert, leider war Mbaundja an dem Tag nicht da.
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