Donnerstag, 29. April 2010

Mein Geburtstag

Mein Geburtstag fing bereits nachts um 12 Uhr an. Ich bin am 16. April abends mit zu einem Freund nach Hause gefahren und habe ihm beim Korrigieren von Klassenarbeiten geholfen. Ich wurde bis halb zwoelf gut auf trapp gehalten und habe unzaehlige Klausuren abgehakt und durchkreuzt... ich war schon etwas verwundert, dass Nelly mich so lange beschaeftigt und nicht zurueck gefahren hat.... aber spaeter stellte sich heraus, dass das alles ein geplantes Unterfangen war....

Als wir naemlich ungefaehr 5 Minuten vor 12 Uhr zu Hause ankamen, sass Christina schon vor dem Haus auf der Treppe und wartete. Eingekuschelt in eine Decke hatte sie bereits Luftballons an die Tuer gehaengt:-D


Im Wohnzimmer wartete mein Geburtstagstisch.


Meine Geburtstags-Muffins. Eigentlich sollten es 21 sein, darum das "Marie" noch hinten angehaengt, waren dann aber 22... :-D

Ich durfte mir fuer meinen Geburstag nichts einfallen lassen und nichts planen, denn Christina hatte mir schon eine Woche zuvor gesagt, dass sie eine Ueberraschung fuer mich haette.

Christina, Nelly und ich sind morgens los gefahren. Christina und ich hinten auf der Ladeflaeche des Bukkies, so wie sich das hier "gehoert". Die ganze Fahrt ueber habe ich nicht von den beiden erfahren wohin es geht. Ich hatte mir aber bereits Gedanken gemacht und war auf drei verschiedene Ideen gekommen. Um heraus zu finden wo es hingehen wuerde, musste ich eigentlich nur abwarten in welche Richtung wir Windhoek verlassen wuerden. Denn guenstiger Weise lagen alle drei Orte in verschiedenen Himmelsrichtungen. Darum war mir sehr schnell klar welches unser Ziel sein wuerde.
Und ich hatte Recht! Wir waren auf dem Weg nach Okambara.

Erst fuhren wir sehr lange die asphaltierte Hauptstrasse Richtung Gobabis entlang um dann nach rechts auf eine der unzaehligen Schotterstrassen ab zu biegen. Eine weitere Stunde fuehrte die Strasse durch nichts als Busch und trockenes Gelaende, trockene kleine Bachlaeufe und ueber Stock und Stein. Ploetzlich kamen wir an eine Art "Oase", dann waren wir da!

Okambara ist umgeben von sehr viel Gras und Baeumen. Huehner, Kuehe und Ziegen laufen einfach auf dem Gelaende herum.


Und es gibt sehr viele Zitronenbaeume.




Das Haus ist ein altes Bauernhaus, dass sehr schoen renoviert und ausgebaut wurde. Innen ist fast alles aus Holz mit Wendeltreppen und Kamin. Das ist sehr gemuetlich.

Ein Baum auf dem Gelaende hat ganz irre "Wurzeln", die ueberall aus dem Stamm heraus kommen.



Der Pfau hat uns beim Essen Gesellschaft geleistet.

Kaum hatten wir aufgegessen, sah ich auf dem Boden vor dem Tisch ein Erdmaennchen in der Sonne liegen. Ich war ganz erstaunt, dass es dort einfach liegt und sich sonnt. Normalerweise sieht man Erdmaennchen nicht sehr haeufig und wenn, dann irgendwo hinter einem Erdhaufen oder einem Strauch versteckt und nur den Kopf vorlucken.

Zwei weitere Gaeste am Tisch machten uns darauf aufmerksam, dass man das Erdmaennchen sogar streicheln koenne. Wir haben uns erst gar nicht getraut und Christina hat sich ganz behutsam angeschlichen, um ueberhaupt ein Foto machen zu koennen.
Schliesslich blieb das Tier so ruhig, dass sie es wagte doch ein Mal die Hand aus zu strecken.

Ich hatte es vorgezogen mich auf eine kleine Mauer in der Naehe zu setzen und von dort aus zu fotografieren. Doch kaum sass ich 5 Minuten dort, kam ploetzlich das Erdmaennchen auf mich zu und siehe da....


es ist einfach auf meinen Schoss gesprungen. Ich hab mich ganz schoen erschreckt, denn es hatte anfangs nur mit meinen Fuessen gespielt. Waehrend es in meine Schnuersenkel biss, konnte ich die spitzen Zaehne gut sehen.... Erdmaennchen sind schliesslich Raubtiere...

Nach dem Essen konnten wir uns zwei Stunden lang das Gelaende ansehen und uns an den Pool setzen. Leider wussten wir nicht, dass es einen gibt und hatten alle keine Schwimmsachen dabei.

Nachmittags sind wir dann zum Gamedrive aufgebrochen.

Auf Okambara haben sie unter anderem Geparden und Leoparden; sie befinden sich auf dem normalen Gelaende, sind allerdings vom Farmhaus durch einen Zaun abgetrennt. Sie jagen selber, bekommen aber ab und an kleine Fleischstuecken zu geworden. Diese reichen nicht aus um die Tiere zu ernaehren, aber sie sind ein guter Koeder um sie an zu locken, wenn Touristen kommen.


Die Geparden kamen sogar an das Auto heran und fauchten. Sie machen sehr merkwuerdige maunzende Geraeusche.

Bei dem Leoparden war ich hingegen ganz froh, dass der Zaun zwischen uns war.


Leoparden koennen mit ihrem Gefauche sehr beeindruckend und beaengstigend sein.
Ihre Koerpergroesse und ihre Bewegungen lassen schnell auf die Kraft schliessen, die sie haben. Es bleibt kein Zweifel, dass es sich um Raubkatzen handelt. Waehrend die sehr viel zierlicheren Geparden nicht ganz so angsteinfloesend sind. Ihre Sprunghaften und schnellen BEwegungen haben eher etwas "verspieltes". Geparden sind auch die Raubkatzen, die sich am ehesten Zaehmen lassen. Leider wird das wohl immer wieder ausgenutzt und die Katzen enden als Haustiere auf irgendwelchen Farmen...

Dann sind wir ins offene Gelaende hinaus gefahren. Die Farm umfaesst ungefaehr 15.000h Land. Eine unglaubliche Groesse...

Spaeter wurde uns bewusst wie riesig das wirklich ist, denn die ersten eineinhalb Stunden haben wir ausser herum laufender Esel und ein paar Warzenschweinen keine Tiere gesehen. Nicht einmal Antilopen wie Springboecke oder Kudus liessen sich erspaehen.

Das erste Tier, das wir dann schliesslich fanden war dieses hier...


Stolz erklaerte uns der sonst so schweigsame Fahrer, dass sie hier sogar ein Nashorn HATTEN. Es ist leider von einem Elefanten umgebracht worden. Hier nur noch die elendigen Ueberreste:-(

Auf der langen Suche haben wir schliesslich ein paar Oryxe gesichtet.



Wir haben auch Gnus gesehen:-)




Langsam waren wir schon ueber 2 Stunden unterwegs und hatten immer noch kein Signal vom Sender empfangen. Der Fahrer wurde schon etwas ungeduldig, denn es war schon kurz vor fuenf und um halb sechs wird es schlagartig dunkel. Immer wieder stieg er aus dem Auto aus und hat versucht mit der "Antenne" ein Signal zu bekommen. Seine Antwort war in den meisten Faellen: "still far far away". Letztlich sind Nelly und er sogar zusammen auf das Dach des Wagens gestiegen, um einen besseren Ueberblich zu bekommen und die Antenne hoeher zu halten. Und dann haben sie sie endlich gesehen:-)


Erschoepft von der langen Fahrt und der Hitze waren wir um so gluecklicher, dass wir sie endlich gefunden hatten. Leider haben wir ein bisschen Sonnenbrand bekommen hinten auf der Ladeflaeche...

Ich konnte endlich Elefanten sehen, die ich schon sooo lange sehen wollte. Christina hatte mir bereits zu Weihnachten geschenkt, dass ich haette in einen Elefanten Nationalpark fahren koennen, aber das ist leider aufgrund meiner Erkrankung ausgefallen. Nun habe ich auf diesem Wege doch noch welche sehen koennen:-) :-) :-)






Dieser Elefant hat staendig von allen Seiten angefangen an dem Baum zu ruetteln.


Bis er schliesslich umkrachte und alle an die Aeste dran kamen.


Ich war so froh, dass wir die Elefanten noch gefunden haben. Bald wurde es dunkel und wir mussten uns schnell auf den weiten Rueckweg machen. Autofahren ist bei Nacht nicht grade ungefaehrlich. Die meisten Autounfaelle entstehen, in dem Tiere auf die Strasse laufen.

Zu Hause angekommen waren wir alle so muede, dass wir nicht mehr wie eigentlich geplant weggegangen sind, sondern schlafen gingen.

Ich hatte einen wunderschoenen Tag!!!

Dienstag, 27. April 2010

Elternworkshop Nr. 2

Am Samstag den 10. April hatten wir unseren zweiten Elternworkshop.



Hier seht ihr alle Erzieherinnen die in der Unit arbeiten. Es sind allerdings immer nur 2 gleichzeitig anwesend, in seltenen Faellen drei, aber nie alle 4. Da kommt es dann doch schon eher mal vor, dass ich mit den Kindern ganz alleine bin.

Links ist Adelheid zu sehen, sie ist gehoerlos. Unten seht ihr Juanita, sie ist unser Principle seit dem Annelis im Dezember gegangen ist und sie ist hoerend. Auf der rechten Seite steht Rakkel, sie arbeitet schon seit 8 Jahren bei CLaSH und ist auch gehoerlos.

Wie bei dem anderen Workshop auch ist jedes Mal vorher die grosse Frage, wer von den Eltern wohl zu dem Workshop kommen wird. Leider haben viele Eltern oft kein grosses Interesse oder geben zu wenig Geld um Taxi fahren zu koennen als Grund fuer ihr Fehlen an. Allerdings hat sich in der Vergangenheit leider gezeigt, dass auch wenn CLaSH den Eltern Taxigeld gibt viele nicht kommen. Von 10 Kindern in der Gruppe waren insgesamt von vieren ein Elternteil/Tante/Schwester oder Freundin des Vaters anwesend, ausserdem die Mutter eines Maedchens die auf der Warteliste steht. Insgesamt also doch recht erfolgreich. Die meisten Eltern kannte ich schon vom Seminar zuvor.

Wichtig ist jedes Mal den Eltern zu erzaehlen wer alles in der Unit arbeitet und was wir fuer einen Tagesablauf mit den Kindern einhalten. Adelheid und Rakkel haben die Eltern dann gefragt, wie sie mit ihren Kindern zu Hause kommunizieren, denn keiner der Eltern kommt zu den angebotenen Gebaerdenkursen die samstags stattfinden. Die Gebaerdendolmetscherin Erica hat bei der Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Eltern geholfen. Die Eltern haben gezeigt, wie sie ihren Kindern beispielsweise zeigen, dass das Taxi sie abholen kommt und sie in die Unit faehrt. Schnell wurde klar, dass viele Eltern immer unterschiedliche Bewegungen fuer den gleichen Begriff verwenden. Ihre Hilflosigkeit wurde sehr deutlich. Wir haben ihnen darum die Moeglichkeit gegeben Fragen zu stellen, um zu erfahren wie dieses oder jenes gebaerdet wird. Auch haben viele Eltern erklaert, dass sie mit dem Verhalten der Kinder zu Hause ueberfordert sind. Sie koennen den Kindern nichts mitteilen, aber wenn sie nicht tun was die Kinder wollen so schreinen wohl viele zu Hause herum. Die Kinder sind zwar Gehoerlos und koennen aufgrund dessen nicht Sprechen, aber ihr Stimmvolumen ist sehr gut ausgebildet. Sie sind oft sehr laut und machen viele Geraeusche, da sie ihre eigenen Klaenge nicht wahrnehmen.
Ein Junge unserer Gruppe ist besonders frech, er schreit sehr viel und weint, wenn ihm etwas nicht passt. Sein Vater ist kaum aelter als ich und seine Freundin bereits wieder schwanger. Er hat mir erklaert, dass er nicht weiss wie er mit seinem Sohn umgehen soll, dieser wuerde ihn schlagen und schreien und nur Ruhe geben, wenn er abends Mr. Bean gucken darf. Dieses Kind kann Mr. Bean nur sehen, nicht aber hoeren und ist selber so laut, dass er den Eltern jeden Nerv raubt. Da fragt man sich doch, warum die Eltern nicht zu den Kursen kommen. Sicherlich ist die Situation zu Hause sehr schwer, aber es ist wichtig, dass die Kinder nicht bemitleidet werden sondern wie hoerende Kinder behandelt werden. Sie muessen mit in den Alltag einbezogen werden, sie muesesn Grenzen erfahren und genauso helfen wie die Geschwister auch. Leider verstehen viele der Eltern dies nicht und machen so Babys aus ihnen. Dass der Junge sich so verhaelt, wie er es im Kindergarten meist tut, ist kein Wunder nach dem ich weiss dass er jede Nacht vor dem Fernseher verbringt. Er ist grade mal 5 Jahre alt.

So hatten wir so manche Diskussionsrunde.

Um den Eltern Mut zu machen, ihren Koerper einzusetzen und anzufangen zu gebaerden, haben wir sie Rollenspiele oder besser gesagt Pantomime machen lassen. Wir haben die Eltern in Gruppen eingeteilt und sie sollten sich besprechen, was sie den anderen Eltern gerne vormachen wuerden. Spaeter hat die restliche Gruppe dann geraten was fuer eine Geschichte gespielt wurde.


Hier bespricht sich die erste Gruppe. Fuer viele Eltern war es schwer Ideen zu aeussern, sie hatten Hemmungen etwas vor zu machen.


Interssiert gucken die restlichen Eltern wie die erste Gruppe ihre Geschichte "erzaehlt". Nach dem die erste Huerde genommen war, hatten viele richtigen Spass dabei.



Hier seht ihr meine Gruppe. Adelheid hatte sich ueberlegt wir sollten aufgrund der kommenden Fussball WM in South Africa eine Fussballuebertragung darstellen. Leichter gesagt als gebaerdet!!! Neben mir steht Erica die Gebaerdendolmetscherin, sie war genauso ueberfordert mit dem Gebaerden wie ich, dass hat mich sehr beruhigt... Sie ist total nett und ich kannte sie schon vom Boardmeeting, das wir im Dezember hatten. Erica dolmetscht auch im Fernsehen darum ist sie hier sehr bekannt.



Beim Workshop muessen immer alle mitmachen, nicht nur Eltern und Erzieherinnen oder die Gebaerdendolmetscherin wie ihr oben gesehen habt, hier links im Bild seht ihr Sigoopeni. Sie ist Otjiwambodolmetscherin und Akustikerin im Central Hospital.


Nach der Pantomimeeinheit kamen meine Montessori-Poster zum Einsatz. Ich hatte sie bereits fuer den letzten Workshop vorbereitet, aber dann war leider zu wenig Zeit.
Anhand der Bilder von den Kindern aus der Gruppe haben wir erklaert nach welchem paedagogischen Prinzip wir im Kindergarten arbeiten. Schlagen ist bei Montessori nicht vorgesehen, trotzdem schlagen die Erzieherinnen die Kinder regelmaessig. Eine sogar mit ihren Schuhen. Darum werden wir zu Beginn des naechsten Trimesters ein Meeting diesbezueglich haben!


Auch dieses Mal mussten wir die Eltern mit Essen locken... Mbaundja hatte an dem Tag Geburtstag und wir haben bei der Backstube einen Kuchen geordert, leider war Mbaundja an dem Tag nicht da.

Unit-Aktivitaeten

"Musikstunde"

Vor drei Wochen hatte ich meine erste "Musikstunde". Nachdem im vergangenen Jahr die Kinder eine Stunde mit dem Musiktherapeuten verbringen konnten und sehr viel Spass daran hatten, wollten wir gerne eine solche Art von Arbeit mit den Kinern fortsetzen. Da CLaSH von meiner Entsendeorganisation Geld zur Verfuegung gestellt bekommen hat, war es uns moeglich ein Becken und eine Trommel zu kaufen. Die Uebungen sollen dazu dienen, die Kinder zu sensibilisieren Klaenge in ihrer Umgebung und in ihrem alltaeglichen Leben mehr wahrzunehmen und zu fuehlen.

Die meisten Kinder unserer Gruppe sind gehoerlos; sie sind nicht in der Lage gesprochene Sprache zu hoeren und zu verstehen. Viele von ihnen registrieren nicht einmal, wenn direkt neben ihren Ohren geklatscht wird oder ein Besen umfaellt. Ein Maedchen unserer Gruppe hingegen ist sehr stark Schwerhoerig aber nicht gehoerlos. Sie kann nicht verstehen was wir sprechen und selber sprechen tut sie auch nicht, aber ab und an faengt sie an Melodien zu summen. Wenn ich laut ihren Namen neben ihr rufe, so dreht sie manchmal den Kopf zu mir. Das Hoervermoegen der Kinder ist also sehr unterschiedlich. Einige koennen nur ganz bestimmte Sequenzen wahrnehmen, wie zum Beispiel ein Flugzeug das am Himmel fliegt.

Fuer viele Gehoerlose ist es nicht moeglich Musik und Klaenge zu hoeren, aber sie koennen sie sehr gut fuehlen. Der Koerper ist sehr viel sensibler die Schwingungen und Vibrationen zu spueren, als hoerende Menschen oft dazu in Lage sind.

Nach den Ferien (die Unit ist den Mai ueber geschlossen, so wie die staatlichen Schulen auch, und ich arbeite die Zeit ueber nur im Buero) werde ich beginnen jeden Dienstag mit der Haelfte der Gruppe eine Stunde lang Uebungen zu machen. Wir mieten extra einen Raum in der "Theatre School", denn dort gibt es einen Holzfussboden!


Mit diesem Klangholz koennen die Kinder die Vibrationen gut in ihren Fusssohlen aufnehmen. Ich lasse die Kinder auf dem Holzboden liegen, denn Holz leitet die Schwingungen gut weiter. Die nackten Fuesse legen die Kinder an das Instrument an, um die Schwingungen innerhalb des Klangkoerpers zu fuehlen. Je nachdem wie sehr sich die Kinder auf die Uebung einlassen und darauf konzentrieren, koennen sie die Schwingungen unterschiedlich weit in den Koerper hinein fuehlen. Einige fuehlen die Vibration nur in den Fuessen, waehrend andere sie bis in den Bauch spueren koennen. Besonders schoen ist es zu sehen, wenn Kinder die vollkommen gehoerlos sind anfangen im Rhytmus mit den Haenden auf dem Boden zu tippen oder anfangen mit dem Kopf zu nicken.

Ich fuehle die Vibration leider nur in den Fusssohlen, mein Koerper ist wohl nicht sensibel genug... vielleicht aendert sich das ja waehrend meiner Uebungen mit den Kindern noch. Oft mals liegt der Grund fuer die "Abstumpfung" des Koerpers hoerender Menschen darin, dass zu viele akustische Eindruecke auf uns einwirken, so dass wir uns auf das Fuehlen gar nicht mehr konzentrieren. Wir hoeren den Klang bereits sehr viel schneller als der Koerper ihn wahrnehmen kann.


Um die Uebungen fuer die Kinder moeglichst interessant zu gestalten lasse ich die Kinder einzelnd die Instrumente spielen, so koennen sie die gleichen Dinge tun, wie ich. Hier seht ihr Aina, die das Becken anschlaegt. Die anderen Kinder halten ihre Fingerkuppen unterhalb des Randes, denn dort ist die Schwingung des Beckens am besten zu spueren.


Auch auf der Trommel kann man Klaenge spueren, allerdings faellt es den Kindern sehr schwer im gleichen Rhytmus zu trommel.


Der Spiegel im Hintergrund ist eine grosse Herausforderung. Die Kinder sind es nicht gewohnt ihr Spiegelbild zu betrachten und wenn dann erst recht nicht den ganzen Koerper. Schnell wurde bei der ersten Stunde klar, dass es fuer die Kleinen noch viel Interessanter ist sich selbst im Spiegel zu erkunden und Bloedsinn zu machen, als sich auf Klaenge zu konzentrieren und auch noch die Augen schliessen zu muessen ;-)
Ich hoffe mit der Zeit werden sie sich daran gewoehnen, ansonsten baue ich den Spiegel demnaechst mit ein!...


Osterbasteln

Fuer die meisten Kinder in Namibia besteht Ostern daraus in die Kirche zu gehen! Sie kennen Osterhasen, Osternester mit bunten Schokoladeneiern und Wattekuecken aus den Schaufenstern und aus dem Fernsehen. Darum sind diese Dinge mittlerweile auch schon ein Teil ihrer "Ostertradition" geworden. Nach einigem hin und her ueberlegen und nach so mancher Diskussion mit den Erzieherinnen im Kindergarten und meiner Chefin haben wir dann beschlossen, dass wir im Kindergarten auch Osterbasteln machen werden. Ich wollte den Kindern nicht so gerne meine Ostertradition "aufzwingen", wenn ihnen die Dinge nicht vertraut sind und sie keinen Zusammenhang darin verstehen. Die sprechende Erzieherin hat mir erklaert, dass viele hier in Namibia auch Eiersuchen mit ihren Kindern machen. Dies gehoert aber mehr zu den Traditionen der Coloured-Familien, der Afrikaaner und der Deutschen. In der "Unterrichtsstunde", die wir jeden Morgen von 11 Uhr bis 12 Uhr abhalten und manchmal auch nachmittags, habe ich den Kindern versucht zu erklaeren weshalb wir diese Hasen und Eier basteln.

Ich wollte gerne, dass die Kinder ueber Ostern was mit nach Hause nehmen koennen. Sie sollten auch Osternester bekommen, so wie die Kinder aus den Kindergartengruppen des SOS Kinderdorfes. Die Eltern sollen sehen was ihre Kinder in der Gruppe machen! Sie werden zu Hause oft nicht mit in das Geschehen einbezogen, denn vielen Eltern ist es zu schwer ihren eigenen Kindern zu erklaeren wie sie etwas tun sollen. Bis sie versucht haben sich verstaendlich zu machen, machen sie lieber alles selbst. Dies fuehrt zu einer grossen Abhaengigkeit der Kinder, denn sie sind es gewohnt, dass ihnen alles abgenommen wird. Es fuehrt aber auch dazu, dass die Eltern ihren Kindern nichts zu trauen und gar nicht wissen zu was sie alles in der Lage sind. Nun konnten die Kinder ihren Eltern mal zeigen, was sie alles selber gebastelt und bamalt haben.


Da wir eine Woche zuvor Haende bemalen gemacht hatten, um die Handabdruecke auf ein grossen Plakat zu drucken, war Haende bemalen auch dieses Mal wieder ein grosses Thema.

In ein richtiges Osternest gehoeren natuerlich auch gefaerbte hartgekochte Eier. Eier auszupusten und zu bamalen war zu riskant. Manche der Eier mussten leider dran glauben, denn sie wurden statt bemalt zu werden aneinander gehauen. So wie beim "Eierkampf". Andere Kinder schienen grossen Hunger zu haben (trotz vorherigem Mittagessen), denn sie puhlten die Eier auf und assen sie.


Wichtig sind natuerlich auch die Hasen, die wir aus leeren Toilettenpapierrollen bastelten.



Hier bemalt Sakeus die Fuesse.


Die fertigen Hasen.


Aus Papier haben wir dann noch kleine Koerbe gefaltet. Sehr schwer fuer die Kinder. Zur Freude aller haben sie auch noch Schokoladeneier bekommen.

Dienstag, 16. März 2010

Wochenendausflug

Nach dem ich aufgrund meiner langen Krankheitsphase (die ich hier auf dem Blog nicht mit Erklaerungen und Fotos schildern moechte!) endlich wieder raus durfte und meine Leber nun auch Autofahrten ueber Land aushaelt, konnten wir endlich mal ein Wochenende aus Windhoek raus und unsern ersten Ausflug seit langem machen!

Michael (auch aus meiner Weltwaertsgruppe), Hannah (eine Praktikantin aus der DHPS, der Schule an der Michi arbeitet), Paul (weiterer Praktikant der DHPS), Christina und ich haben uns fuer den Samstag und den Sonntag (13.3 und14.3) ein kleines Auto gemietet um zusammen die Gegend zu erkunden.

Am Samstag sind wir in die Naehe von Rehoboth (etwa eineinhalb Stunden Fahrt) zum Lake Oanob gefahren.

Hier kann man sogar schwimmen.

Wir haben alle etwas zum Picknicken mitgebracht und hatten einen sehr ruhigen und entspannten Tag.



Am Sonntag kam morgensfrueh Hannahs Freund aus Deutschland an, nach dem sie ihn abgeholt hatte sind wir alle gemeinsam zum Park Dan Viljoen gefahren.

Matze, Hannah, ich, Michael und Christina

Eigentlich kann man durch den Park sowohl mit dem Auto fahren, als auch zu Fuss die Gegend erkunden. Leider hat unser Auto die Strecke nicht richtig mitgemacht und man muss sehr darauf acht nicht unten aufzusetzen. Gegen Steinschlag war unser Auto versichert, aber nicht gegen Bodenschaeden. So haben wir schliesslich beschlossen, dass wir umdrehen muessen und den Rest zu Fuss gehen sollten.

Hier stellen wir grade fest, dass Drehen mitten auf dem Weg gar nicht so einfach moeglich ist. Leider sieht man auf dem Bild nicht wie steil der Hang war. Etwas ratlos stehen wir herum und ueberlegen was wir tun sollen.



Letztlich hat sich ein Mutiger gefunden!


Zu Fuss versuchen wir nun also den richtigen Weg zu finden.


Oben auf einem der Berge angekommen haben wir erst einmal Picknick gemacht und Michaels Geburtstag gefeiert. Kuchen hatten wir auch dabei! Leider war es der falsche Weg, denn hier oben endete dieser.





Aber am Nachmittag wollten wir auf einer Farm einen "Game Drive" machen und wollten puenktlich dort hin kommen, so brachen wir kurzerhand unsere Wanderung ab und fuhren los nach GocheGanas.

Dort angekommen wurde uns erstmal erzaehlt, dass sie nicht wuessten ob die Fahrt stattfinden koennte, da es zu regnen begonnen hatte. So setzten wir uns erst Mal oben ins Restaurant und sahen dem Gewitter zu waehrend wir warmen Kakao tranken. (Ja hier in Namibia wird es langsam Herbst und wenn es erstmal richtig gewittert wird es ganz schoen frisch!)


Hier kommt der Regen


Die Blitze konnte man auf den Bildern leider nicht sehen, ausserdem haben wir uns schnell nach drinnen verkrochen.


Nach einer Stunde etwa hoerte es dann wieder auf und die Wolken verzogen sich.


Wir haben die Zeit genutzt und unser Picknick draussen ein bisschen weiter gefuehrt.




Endlich konnte es losgehen:





Oryx


eine Wassertraenke


Zebras

Christina hat mich im Auto neben mir fotographiert; hinten sieht man schon die Nashoerner




Dann haben wir eine kleine Pause gemacht.
Die Lichtung war sehr schoen und in der Ferne konnte man viele verschiedene Tiere sehen: Springboecke, Zebras, Bueffel, Nashoerner und Elands.



Hinten die kleinen braunen Punkte sind eigentlich die Elands...

Dann ging es weiter auf unserer Fahrt.


Giraffen






Als es daemmerte sind wir zu der Lodge zueruck gekehrt.






Wir haben noch ein bisschen die schoene Daemmerung und den Sonnenuntergang genossen.


Und schon ging ein sehr schoener Tag zu Ende!